THE SENS – a story

 Sommer 2008 – ein junger Mann und seine Freunde treffen im südlichen Kärnten auf einer Gartenwiese zusammen, als dieser plötzlich einen Gegenstand vorzeigt, den er aus seinem letzten Urlaub auf Hawaii mitgebracht hat. Neugierig und verwundert betrachten die Anwesenden den aus Leder bestehenden, unförmigen Gegenstand. Zweifellos ein Ball, doch kann man damit weder Fussball, noch Beachvolleyball oder gar Basketball spielen.

„Wos is des?“ ist aus der zweiten Reihe hören; man merkt, die Freunde sind aus Wien.
Das Teil ist ein American Football, erklärt der Mann und zeigt sofort wie man es in etwa werfen soll. Stunden in der Sommersonne vergehen, Sonnenbrände und Durst sind die Folge, bis der Abend die Freunde zum aufhören zwingt und viele Gedanken in den Köpfen der Männer hinterlässt – der Grundstein ist gelegt.

Sommer 2009 – mit vagen Erinnerungen an den vergangenen Sommer treffen sich einige Freunde auf der Wiener Donauinsel. Radfahrer, Inlineskater und Beachvolleyballer würdigen den komischen Leuten auf der Wiese kaum eines Blicks, lediglich die Fussballer schauen genervt herüber, weil ihnen der Platz auf der Wiese streitig gemacht wird.
Männer und Frauen laufen dort herum, haben „Putzfetzn“ (Küchentücher) in den Hosenbund gestopft und versuchen einen eierförmigen Ball zu fangen, der zuvor unkontrolliert durch die Luft geworfen wurde. Außerdem werden komische Worte gerufen wie „Oklahoma-Forty-Seven-Blue“ oder „Gummibärli-Ochtavierzg“, was fragende Blicke und noch unkoordinierteres herumlaufen zur Folge hat. Trotzdem sind alle mit vollem Eifer dabei, mehrere Male treffen sich die Freunde in diesem Sommer zum „Fetzn-Football“ – das Interesse wird größer.

Sommer 2010 bis 2011 – das Interesse flackert über die Sommer hin und wieder auf, die Interessenten wechseln immer wieder, aber so richtig will sich kein regelmäßiges Spielen entwickeln. Dennoch wird fleißig Superbowl geschaut und die Freunde haben sich auch schon seit einiger Zeit auf ihre Lieblings-NFL-Teams festgelegt und sich teils mit Fanwear eingedeckt – der Funke ist noch nicht stark genug.

Herbst 2011 – die NFL Saison ist in vollem Gange und es kommen tatsächlich mehrere Termine zu stande, an denen sich zehn und mehr Freunde auf der Arsenal-Wiese treffen, um Flag Football zu spielen. Wieder ist es „der Mann aus Hawaii“, der mit Absperrband für die Linien und mit Klettverschluss-Flags das erste Equipment liefert, um das Spielvergnügen zu steigern. Der Funke springt über, Freunde von Freunden schließen sich an, die Regeln werden durchgelesen und das theoretische Spielverständnis beginnt sich langsam zu entwickeln – kann da was draus werden?

Weihnachten 2012 – ES KANN; die Football Euphorie gipfelt am 25.12.2012, dem Geburtstag des „Hawaiianers“ mit „Sunday Noon Football“ @ Arsenal Arena. Es ist kalt, es ist Feiertag, es ist Mittags – und trotzdem kommen 12 Football-Verrückte zusammen und spielen Flag Football. Grund genug für den zukünfitgen Präsidenten und seine engsten Berater, die Ärmel umzukrempeln, den zusammengewürfelten Haufen zu organisieren und ein Team auf die Beine zu stellen, das ohne Erfahrung und mit kaum Football-Kenntnissen bereits im darauffolgenden Jahr an der FLS (Flag Liga Start) teilnahm und es dort bis ins Finale schaffte – die VIENNA SENTINELS.

Im Mai 2014 traten die Vienna Sentinels erstmals in der 2. österreischischen Flag Football Liga an.

Von 16 Spielen konnte man 10 gewinnen, die meisten der 6 Niederlagen waren aber äußerst knapp; außerdem konnten die SENS die zweitbeste +/- Punktestatistik aufweisen und hatten einen Spieler auf Platz 2 der Interception Statistik.

Im Playoff Wildcard Spiel fehlte dann aber leider etwas die Ruhe und Erfahrung und man verpasste den Einzug ins Semifinale.

Dennoch konnte man zufrieden auf eine tolle erste Saison zurückblicken.